Personalmanagement muss sich immer wieder neu erfinden

18. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Betriebspraxis

Die Themen demografischer Wandel und Fachkräftemangel geistern je seit einiger Zeit durch die Medien und dadurch natürlich auch durch die Unternehmen. Ob die Brisanz abnimmt oder nicht, hängt dabei nicht nur von der Frage ab, ob in Deutschland weiterhin so wenige Kinder geboren werden oder nicht. Auch das Thema Zuwanderung spielt eine Rolle. Ebenso das Thema Bildung.

Vor diesem Hintergrund dürfte es vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) künftig schwieriger werden, an gutes Personal zu kommen – und dieses langfristig an ihr Unternehmen zu binden. Wer gut ausgebildete Fachkräfte in sein Unternehmen locken will, muss künftig mit härteren Bandagen kämpfen: dazu zählen u. a. eine zielgerechte Suche und Hilfe durch Online-Dienste. Auch kann es hilfreich sein, die eigenen Mitarbeiter anzustiften, im Freundes- und Bekanntenkreis zu werben. Hat man einen passenden Mitarbeiter für sein Unternehmen gewonnen, muss man ihn langfristig binden und ihm Perspektiven bieten. Schulungen, Fortbildungen und die Chance auf ein berufliches Fortkommen sind hier die Mittel der Wahl. Zwar kosten solche Maßnahmen Geld, doch Unternehmen schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits motivieren sie ihre Mitarbeiter und stärken deren Identifikation mit ihrem Arbeitgeber. Andererseits können sie ihren Führungsnachwuchs im eigenen Betrieb suchen – ein Aspekt der künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Wer seine Mitarbeiter fördert, ihr Engagement belohnt und für Aufstiegschancen sorgt, kann langfristig mit loyalen und ehrgeizigen Angestellten planen. Und ein Aspekt der oft vergessen wird: Wer die Fähigkeit hat, Mitarbeiter das notwendige Wissen zu vermitteln, kann auf einen viel größeren Bewerberpool zurückgreifen. Somit stehen dann auch eigentlich unqualifizierte Bewerber zur Verfügung.

Doch auch an sich Hochqualifizierte stehen immer wieder vor der Frage: Was studiere ich, um gute Karrierechancen zu haben. Der eine bevorzugt hier Ingenieurstudien, der andere BWL wieder ein anderer sieht es nochmal anders. Am Ende sollte man das studieren was einen wirklich interessiert. Begeisterung für eine Sache ist das Einzige, was wirklich zählt. Die Spezialisierung kommt eh erst mit der Zeit und in der Regel durch das Unternehmen. Gerade Mittelständler stehen manchmal vor einem Wust an „gebildeten“ Absolventen, deren Wissen leider überhaupt nicht zu gebrauchen ist. Hier muss dann wieder das Personalmanagement lenkend eingreifen und das Beste aus den jeweiligen Mitarbeitern herausholen. Dabei ist am Ende egal in welcher Branche man sich befindet, seien es Automobilzulieferer, Maschinenbauer oder Private Label Hersteller. Jedes Unternehmen hat da seine ganz eigenen Methoden. Manch einer schaut sich die Seite im Lebenslauf mit den Hobbys genauer an, manch ein andere legt Wert auf studentische Hilfsarbeiten oder soziales Engagement.

Alles in allem steht das Personalmanagement also immer vor der Aufgabe sich ständig neu zu erfinden. Nur wer auf immer neue Bewerber (und die jeweiligen Fähigkeiten) eingehen kann, wird künftig die Chance haben, passende Mitarbeiter zu finden.


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