Studie: Hälfte der Unternehmen vermisst Fachkenntnisse bei Bewerbern

2. August 2013 | Von | Kategorie: Im Fokus

Laut einer aktuellen Studie bemängeln 50 Prozent der Arbeitgeber in Deutschland fehlende Fachkenntnisse bei Jobanwärtern. Das ist ein Anstieg um 19 Prozentpunkte. 2012 gaben noch 31 Prozent fehlende Hard Skills der Bewerber als Grund dafür an, offene Stellen nicht besetzen zu können. Zwar ergab die Untersuchung, dass der Fachkräftemangel in Deutschland insgesamt weniger dramatisch ist als im Vorjahr. Doch das Problem der Ausbildungsdefizite hat sich offenbar verschärft. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Fachkräftemangel 2013“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup.

Im Vergleich zu diesen Hard Skills werden die oft als wichtig angesehenen Soft Skills deutlich seltener vermisst. Dennoch geben elf Prozent der Unternehmen an, dass Bewerber auch bei sozialen Fähigkeiten wie Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen schlecht abschneiden. Fehlende Berufserfahrung beklagt dagegen nur jedes zehnte Unternehmen. Zu hohe Gehaltsvorstellungen halten nur sieben Prozent der Personalverantwortlichen davon ab, Bewerber einzuladen.

„Dass so vielen Bewerbern Fachkompetenzen fehlen, bringt die Unternehmen in eine prekäre Lage“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Trotzdem sehen die meisten Arbeitgeber die Probleme bei der Rekrutierung erstaunlich gelassen oder haben keine Lösungsansätze.“ 54 Prozent der Befragten geben an, derzeit gar keine Strategie zu verfolgen, um die Schwierigkeiten zu überwinden. 22 Prozent wollen gegensteuern, indem sie ihre Personalpolitik anpassen. Sie wollen beispielsweise vorhandene Mitarbeiter fortbilden, damit diese Aufgaben übernehmen können, für die es aktuell keine geeigneten Bewerber gibt. Auf flexible Dienstleistungen, etwa Arbeitnehmerüberlassung, greifen nach eigenen Angaben 13 Prozent der Unternehmen zurück.


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3 Kommentare auf "Studie: Hälfte der Unternehmen vermisst Fachkenntnisse bei Bewerbern"

  1. Mario Abend sagt:

    Ja und fehlende Fachkompetenz für die Ausbildung ist das Ergebnis mangelhafter Schulbildung? DAran sind aber mehr die Schulsysteme und die Lehrkräfte schuld als die Schüler, die nicht immer einsehen, Defizite von Stundenausfällen und/oder mangelndem Einsatzwillen der Lehrer freiwillig und in weiser Voraussicht auszugleichen.

  2. Marc Schmidt sagt:

    Naja letztlich ist es aus Unternehmenssicht egal, ob Schüler oder Schulsystem Schuld sind. Was entscheidend ist, dass es offenbar Defizite gibt, die dann ein ausbildungs bzw. einstellungswilliges Unternehmen beheben muss. Und das kanns ja eigentlich nicht sein. Leider wurden keine regionalen Unterschiede erfasst, wobei die sicher sehr spannend gewesen wären.

  3. H. Ulrich sagt:

    Leider haben auch wir im Rahmen von unterschiedlichen Mandaten festgestellt, dass der Ausbildungsstand (nicht nur der Schulabgänger, sondern auch der Uniabsolventen) oftmals suboptimal ist. Uns ist dabei schon klar, dass die Uni Bildung und keine Ausbildung vermittelt, was im Besonderen natürlich für Schulen gilt, allerdings wäre ein gewisser Praxisbezug bzw. ein Wissen vom „gewöhnlichen Wirtschaften“ wünschenswert und gehört zu einer fundierten Allgemeinbildung. Unternehmungen werden dadruch wirklich in eine prekäre Lage gebracht. Aus- und Fortbildungen werden oftmals zum Muss.

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